Geschützter Spazierweg im Aettenbühl
Seit einigen Monaten wird auf dem Grundstück des Zentrums Aettenbühl in Sins gebaut. Im kommenden Frühling werden Fachleute auf dem Land hinter dem Halbrundbau des Zentrums einen Dementengarten bauen.
Stiftung Aettenbühl ist Bauherrin
Die Stiftung betreibt für betagte, pflege- und in einzelnen Fällen auch für anderweitig hilfsbedürftige Menschen von Sins, Abtwil, Dietwil und Oberrüti und – sofern es die Platzverhältnisse erlauben – auch für Personen anderer Gemeinden das Zentrum Aettenbühl.
Im Februar 2010 lud der Stiftungsrat zwei Landschaftsarchitekten zu einem Projektwettbewerb ein. Das Ziel war eine optimale Gestaltung der Umgebung der im Bau befindlichen Alterswohnungen und des Zentrums Aettenbühl. Zur weiteren Umgebung sollte ein Dementengarten gehören, in dem sich alle Bewohnerinnen und Bewohner an der frischen Luft bewegen können. Der Garten wird so gebaut, dass demente Menschen das Grundstück nicht ohne Begleitung verlassen können. Der Stiftungsrat prüfte die eingereichten Projekte und erteilte den Planungsauftrag an Erich Andermatt, Objekt- und Landschaftsplanung, Zug. Dadurch konnten der Aushub für die Alterwohnungen sowie die Erdbewegungen für den Dementengarten rechtzeitig koordiniert werden. Die anfallenden Kosten werden klar getrennt, da die beiden Häuser, die Alterswohnungen und das Zentrum Aettenbühl, finanziell konsequent je eigene Rechnungen führen.
Der Dementengarten wird im Frühling 2011 realisiert und Ende Juni seinem Zweck übergeben.
Betriebsrechnung des Zentrums Aettenbühl nicht belasten
Studien und praktische Erfahrungen zeigen, dass ein geschützter Spazierweg die Lebensqualität von dementen Personen wesentlich steigert. Der geplante Garten bietet zudem allen Bewohnern des Zentrums Aettenbühl Bewegungsmöglichkeiten in der Natur. Der Garten soll aber auch ein Ort sein, um sich mit den Angehörigen und Freunden in schöner Umgebung zu treffen. Er wird darum den Heimaufenthalt für Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren Besucher wesentlich angenehmer gestalten.
Gegenwärtig wird intensiv über die neue Pflegefinanzierung debattiert. Die öffentliche Hand, also die Gemeinden, müssen sich neu an den Kosten für Heimaufenthalte beteiligen. Die Pensions-, Pflege- und Betreuungstaxen sind aus Sicht der Bewohnerinnen und Bewohner schon heute sehr hoch. Das Zentrum Aettenbühl darf sich in der Heimlandschaft jedoch als preiswertes Haus bezeichnen. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Darum prüft der Stiftungsrat, das strategische Führungsorgan, neben dem Budget auch jede Investition eingehend auf Notwendigkeit und Nachhaltigkeit. Die Folgerung daraus ist, dass das Projekt Dementengarten die Betriebsrechnung nur mit einem begrenzten Unterhaltsaufwand belasten darf und dass der Bau des Gartens über Spenden finanziert werden soll.
Die Berechnungen des Landschaftsarchitekten ergeben für den Dementengarten Investitionskosten von rund 300'000 Franken. Es braucht also grosse Anstrengungen, damit das Vorhaben Dementengarten erfolgreich realisiert werden kann. Alle Beteiligten sind aber überzeugt, dass dieses Projekt über Spenden zu finanzieren ist. Bereits bei den Arbeitsvergaben für die Alterswohnungen konnte der Stiftungsrat die Unterstützung der Unternehmer spüren. Alle haben zugesagt, das Projekt Dementengarten finanziell zu unterstützen. Im Weiteren kann die Stiftung auf Legate zurück greifen.
Verein Aettenbühl engagiert sich für Mitfinanzierung
Unter dem Motto „Alzheimer und Demenz - die grosse Herausforderung“, fühlt sich auch der Vorstand des Vereins Aettenbühl angesprochen. Der Verein Aettenbühl hat seit über 20 Jahren das Ziel, das Leben der Bewohnerinnen und Bewohner im Zentrum Aettenbühl zu verschönern und abwechslungsreicher zu gestalten.
Der Zweck des Vereins ist laut Statuten
- die Förderung und Unterstützung des Zentrums Aettenbühl in Sins
- die Durchführung von Aktivitäten und Dienstleistungen zum Wohl der Bewohner und zur Pflege der Geselligkeit für Betagte innerhalb und ausserhalb des Zentrums Aettenbühl
Darum sieht der Vorstand des Vereins in diesem Projekt die dementen Menschen im Mittelpunkt. Da der Garten aber auch für alle anderen Bewohnerinnen und Bewohner wie auch für deren Besucher offen steht, ist das Engagement ein wichtiger und zukunftsgerichteter Beitrag und darum in der statutarischen Zwecksetzung begründet.
Der Vorstand des Vereins Aettenbühl hat sich bereit erklärt, neben Veranstaltungen zum Thema Demenz auch eine spezielle Geldsammlung zu organisieren. So können Objekte wie zum Beispiel ein Baum oder eine Gartenbank gespendet werden. Man kann aber auch eine frei zu wählende Fläche Naturwiese oder ein Stück des Spazierwegs spenden. Schliesslich ist es möglich, einen Betrag bei der Raiffeisenbank Oberfreiamt, Konto-Nummer CH62 8072 8000 0062 0853 2 zu überweisen. Jede Spende wird auf einer Spenderliste im Zentrum Aettenbühl aufgeführt.
Am Samstag, 26. März 2011 wird ein Tag der Demenz stattfinden und am Samstag, 25. Juni 2011 soll der Garten feierlich eröffnet werden. |